07.03.2025
Er kommt aus dem Urwald. Und er schreibt Gedichte, die man auch nur anschauen kann. Eugen Gomringer, Vater der konkreten Poesie. Denker der Moderne. Wortkünstler. Vor wenigen Wochen wurde er 100 Jahre alt. Aber für mich ist der bolivianisch-schweizerische Schriftsteller immer noch aktuell. Am Anfang der Passionszeit in diesem Jahr schaue ich auf sein Gedicht, das aus nur einem Wort besteht: „Schweigen“. Es hat nur fünf Zeilen. Das Wort wird in jeder Zeile dreimal wiederholt. Nur in der dritten Zeile klafft eine Lücke. Eine Leerstelle. Oder ist dort das Schweigen selbst? Ich denke an den Betenden aus Psalm 46: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“ Schweigen, Nachdenken, Sagbares und Unsagbares, Enthüllung und Verhüllung, das wird uns auch im Gottesdienst am ersten Passionssonntag um 11 Uhr in der Schilfdachkapelle begleiten. Wir werden außerdem eine „Klagemauer“ errichten und „Aschekreuze“ austeilen. Ich freue mich sehr auf einen nachdenklichen, aber abwechslungsreichen Gottesdienst.
Einen anderen Ton wird schon heute Abend der Weltgebetstag anschlagen. Er wurde in diesem Jahr von Frauen aus den Cook-Inseln vorbereitet. Wir feiern den Weltgebetstag am 7. März um 18 Uhr ökumenisch und regional in unserer katholischen Nachbargemeinde Mariä Himmelfahrt. Auch dazu eine herzliche Einladung.