17.06.2024
Das war gestern wirklich ein Schreck am frühen Abend. „In der Schilfdachkapelle ist eingebrochen worden“, hieß es zunächst. Und ich habe gedacht: Geht doch gar nicht, die Kirche ist doch sowieso unverschlossen. „Offene Kirche“ haben wir täglich, von morgens bis abends. „Die Spendenbox neben der Eingangstür ist aus dem Mauerwerk gebrochen worden“, meinte dann aber Vanessa Klein, die abends zum Abschließen gekommen war. Also habe ich die Polizei angerufen. Und noch in der Warteschleife an Situationen gedacht, die ich schon in Kirchengemeinden erlebt habe. Während meines Vikariats wurde eine Kollekte aus der Sakristei gestohlen. Später einmal alle Einnahmen eines Adventskonzert aus dem Gemeindebüro. Und als ich schon Pfarrer an der Schilfdachkapelle war, wurde hier die Altarbibel geschändet. Passenderweise im Buch des Propheten Jesaja mit dem Vers: „Aber sie sehen nicht auf das Werk des HERRN!“ Endlich war ein Polizeibeamter am Telefon, dem ich von dem Vorfall erzählen konnte. „Wir kommen am Montagvormittag und sehen uns alles an.“ Beschäftigt hat mich das alles dennoch den ganzen Abend. Auch wenn sich der materielle Schaden in Grenzen hält. Wir leeren die Spendenbox regelmäßig. Es können höchstens ein paar Euro gestohlen worden sein. Aber das ungute Gefühl bleibt. Sollen wir die „Offene Kirche“ nun beenden?