24.10.2024
Vielleicht liegt es daran, dass ich in dieser Woche gleich mehrfach auf dem Friedhof unterwegs gewesen bin. Ich hatte drei Trauerfeiern. Dazu zwei weitere Trauergespräche. Gestern habe ich nach einer Bestattung auf dem Dorffriedhof in Gatow kurz inne gehalten. Die Trauergäste waren gerade gegangen. Um mich herum nur noch die gelben, roten und braunen Blätter der Bäume. Schön ist der Herbst, habe ich gedacht. Und als ich gerade in die Sonne geblinzelt habe, sind mir Zeilen aus dem Hermann-Hesse-Gedicht in den Sinn gekommen: „Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den andern, jeder ist allein.“ Und weiter: „Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.“ Herbstgedanken. Aber wie gut tut es, eben nicht allein zu bleiben. Schon gar nicht in einer Trauersituation. Morgen findet wieder unser „Trauercafé“ statt – wie jeden vierten Freitag im Monat um 16 Uhr im Gemeindehaus an der Schilfdachkapelle. Eine Gemeinschaft von Menschen, die Verlusterfahrungen kennen. Die sich bei Kaffee und Kuchen begegnen. Mit einer von der Vorbereitungsgruppe sorgsam durchdachten Dekoration. Dazu gibt es einen inhaltlichen Impuls. Ansonsten gilt: Jeder kann erzählen, niemand muss. Es tut gut, zusammen zu sein.
Das gilt auch Sonntag. Den nächsten „Gottesdienst in den Ferien“ feiert um 11 Uhr Lektorin Katrin Buchholz in der Schilfdachkapelle.